Landesmeisterschaft der Sen III S in Bad Nenndorf

(me) Zum Bersten voll war der Tanzsaal des VfL Bad Nenndorf anlässlich der Landesmeisterschaft der Klassen III A und III S, die in diesem Jahr vom Blau-Gold-Club im HRC Hannover zur Feier seines 80-jährigen Jubiläums ausgerichtet wurde. Nach dem mit 9 Paaren recht überschaubaren Turnier der Klasse III A gab beim zahlen- wie leistungsmäßig beeindruckenden Turnier der Klasse III S hochkarätigen Tanzsport und einen äußerst spannenden Wettkampf zu sehen. Die Zahl 35 stand an diesem Tag im Zentrum: 35 Paare waren gemeldet, 35 Paare traten an (also keine einzige Abmeldung!) und 35 Kreuze konnte jedes Paar pro Runde von der siebenköpfigen Jury maximal ergattern – angesichts der enormen Leistungsdichte ein hochgestecktes Ziel. Die einzigen, die dies über alle drei Qualifikationsrunden hinweg schafften, waren die unangefochtenen alten und neuen Landesmeister Maskow.

Unsere Clubpaare Appel und Schu mussten leider schon nach der Vorrunde in die Rolle der Zuschauer schlüpfen, während Ralf Pick und Helga Kruse die erste Zwischenrunde erreichten und letztendlich den geteilten 23.-24. Platz belegten. Enttäuschte Gesichter gab es bei etlichen erfolgsgewohnten Paaren, als das Semifinale aufgerufen wurde – aber es war eben nur Platz für 12 Paare in einem äußerst engen Teilnehmerfeld. Erstaunen auch, als die frisch gekürten Vizemeister des Deutschlandpokals der Sen. IV S nicht zum Finale aufgerufen wurden. Umso größer die Freude, dass es unser Paar, Marcel Erné und Birgit Suhr-Erné, geschafft hatte, und das, wie die spätere Wertungstabelle zeigte, mit der zweitbesten Wertung in den drei Qualifikationsrunden: Mit zweimal 35 und einmal 34 Kreuzchen hatten sie zu diesem Zeitpunkt sogar deutlichen Abstand vor der übrigen Konkurrenz.

Aber das besagt noch nichts für den Ausgang eines Finales, in dem die Leistungen so eng beieinander lagen wie nie in den letzten Jahren. Und so purzelten denn die Wertungen – mit Ausnahme des klaren Votums für das Siegerpaar – derart kunterbunt durcheinander, dass viele Zuschauer nach eigenem Bekunden gänzlich den Überblick über den Stand der Dinge verloren, trotz aufmerksamer Beobachtung und enthusiastischer Anfeuerung der sechs Finalpaare. Bis zur Siegerehrung herrschte allgemeine Verwirrung über das Endergebnis. Birgit und Marcel, im Vorjahr noch Vizemeister, ließen zwar wieder die damals auf den nachfolgenden Plätzen gelandeten Paare hinter sich, mussten aber in diesem Jahr andere Paare vorbeiziehen lassen und letztlich mit Platz 5 zufrieden sein. Wozu die Majoritätswertung führen kann, mag folgendes Einzelresultat belegen: Im Langsamen Walzer erhielten sie eine 2, dreimal die 4, zweimal die 5 und einmal die 6, was insgesamt den 6. Platz für diesen Tanz ergab! Eine aufregende Meisterschaft mit keinem ganz so glücklichen Ende für unser Paar. Dennoch überwog bald die Freude, überhaupt in einem so ausgeglichenen Finale auf hohem Niveau dabei gewesen zu sein und die Begeisterung des Publikums aktiv miterlebt zu haben.