Altersgliederung im Breitensport

Die Turnierpaare im Erwachsenenbereich (Haupt- und
Seniorengruppen) werden je nach Alter in folgende
Altersgruppen unterteilt:
Hauptgruppe
Hauptgruppe II
Senioren I
Senioren II
Senioren III

Sinn dieser Gliederung ist der Versuch, eine Vergleichbarkeit
der Tanzpaare zu erreichen. Man kann die Paare in
der höheren Alterskategorie in aller Regel nicht
mit der Leistungsfähigkeit der Paare in der niedrigeren
Alterskategorie vergleichen. Ein "betagtes"
Paar wird im Feld der Paare, verglichen mit einem
jüngeren Paar entsprechende/adäquate Wertungen
erzielen können (von Ausnahmen wird hier abgesehen).

Im Breitensport hat man auch Altergrenzen gesetzt,
jüngere Paare sollen mit älteren nicht in
eine faire Konkurrenz treten.
Im Laufe der Zeit wurde die Altersbegrenzungsregel
mehrfach geändert (vergl. Fachverbandsrichtlinien).
Das führt dazu, dass betagte Paare (etwa im Alter
von 50-80 Jahren) in den Wettbewerben in unmittelbare
Konkurrenz gelangen.
Das ist für die älteren Paare, die ebenso
wie die Jungen Ehrgeiz in den Wettbewerben zu entwickeln
versuchen, höchst frustrierend und führt
dazu, dass die älteren Paare den Breiten-Wettbewerbs-Sport
verlassen.

Machen wir das an einem Beispiel fest: Im Wettbewerbsjahr
2004 war es möglich, dass Paare im Alter von
20 Jahren in einer Runde auf Paare trafen,
deren Alter jenseits der 50, gelegentlich sogar der
60 lag. Aus rein physischen Gründen dürfte
das nicht zugelassen sein. Junge Paare entfalten naturgemäß
eine viel größere Dynamik, die den alten
Paaren fehlt.
Die Wertungsrichter, die dieses Dilemma natürlich
ebenfalls deutlich empfinden, können selbstverständlich
die Wertungen für die Paare nicht altersabhängig
vergeben, sondern sie müssen die Leistungen im
absoluten Verhältnis beurteilen.

Vereine, die über eine Phalanx junger Paare
verfügen, setzen diese selbstverständlich
gerne ein und sind damit in aller Regel den Mannschaften
mit höherer Altersstruktur apriori überlegen.
Das betrachtete Phänomen wird im Turniertanzsport
durch die Einrichtung von Alterklassen vermieden.

Es ist natürlich klar, warum die Altersbegrenzung
in aller Regel nach "unten" verschoben wurde:
Wenn die teilnehmenden Vereins (für die Mannschaftwettbewerbe
des Fachverbandes Hannover) jüngere Paare zur
Verfügung haben, werden diese Vereine gern für
die Senkung der Altersbegrenzung plädieren.

Der TTC Gelb-Weiss Hannover hatte gegen Ende des
Turnierjahres 2004 das Glück, ein junges Paar
einsetzen zu können. Damit bestand die Möglichkeit,
die Endplatzierung der Mannschaft zu verbessern. Wäre
das bereits zu Beginn des Wettbewerbsjahres möglich
gewesen…wäre eine Platzierung um 3-4 Positionen
verbessert worden.
Wie sehr sich das auswirken kann, erkannte man an
der Leistung der Mannschaft des Blau-Gold-Clubs, der
nach dem Einsatz eines jungen Paares sich flugs auf
einen Podiumsplatz (3.) steigern konnte.

Betrachten wir die Situation aus der Perspektive
der TTC-Gelb-Weiss-Mannschaft, ergibt sich folgendes
Bild:
Die TTC-Mannschaft ist (bzw. war) im Altersschnitt
aller Mannschaften unseres Fachverbandes "überlegen".
In der Alterspyramide standen bislang die TTC-Paare
fast ausnahmslos an der Spitze. – Wenn das Ergebnis
des Jahres 2004 aus dem Blickwinkel des Alters der
Paare betrachtet wird, dann ist die Leistung der TTC-Mannschaft
durchaus bemerkenswert.

Aus diesen Gründen müssten Einzelpaar-Wettbewerbe
im Bereich des Breitensports – wie es in der Regel
auch geschieht – immer in Alterskategorien angesetzt
werden.

Anmerkung:
Das Problem, eine Altergliederung im Breitensport
anzustzen, besteht nicht nur im Breiech des NTV. In
anderen Landesverbänden (z.B. in Bayern) wird
es ebenfalls bedacht und auf das Dilemma sehr deutlich
in den "Hinweisen zur Durchführung von Breitensportwettbewerben"
erläutert. (vgl. Artikel auf der Homepage
des LTV Bayern
.)
(HWK)